„Gods In The Mirror“ endete mit der Entdeckung, dass der Gott im Inneren war. „My War Is Holy“ geht weiter: Wenn das so ist, dann ist der Krieg, der im Inneren geführt wird, heilig.
„War“ fällt hier einundzwanzigmal, „holy“ fünfzehnmal. Es ist der Text mit den meisten Wörtern auf der Platte.
Nicht ums Geld
Die ersten Zeilen: „This ain’t a war for money, this ain’t a war for fame / This is a holy war burning inside my veins“ — das ist kein Krieg ums Geld und keiner um Ruhm; das ist ein heiliger Krieg, der in den Adern brennt.
Und weiter: „I’m not fighting for heaven, I’m not fighting for hell / I’m fighting for the man that they tried to kill“ — ich kämpfe nicht für den Himmel und nicht für die Hölle; ich kämpfe für den Menschen, den sie töten wollten.
Dieser Satz ist der Kern des Titels. Dieser Krieg soll niemanden erobern. Er soll jemanden retten.
Knien, aber nicht vor ihnen
Die zweite Strophe: „They wanted me broken, quiet, on my knees / But something inside me got down on its knees to pray“ — sie wollten mich gebrochen, still, auf den Knien; aber etwas in mir ging auf die Knie, um zu beten.
Dieselbe Geste zweimal in zwei Zeilen, mit zwei verschiedenen Bedeutungen: einmal als Demütigung, einmal als Gebet.
Nur nicht zu ihnen: „Not to their gods, not to their rules, not to their cross / But to the fire that burns when you finally get lost“ — nicht zu ihren Göttern, ihren Regeln oder ihrem Kreuz, sondern zu dem Feuer, das brennt, wenn man sich endlich verliert.
Ein Spiegel, der spricht
Der Spiegel aus dem vorigen Titel kehrt hier zurück und spricht. Nachts beichte ich ihm alle meine Sünden, und er antwortet, dass ich jetzt kämpfen kann.
Und weiter: „So I picked up my pain like a sword made of light“ — also nahm ich meinen Schmerz auf wie ein Schwert aus Licht.
Der Schmerz ist hier keine Wunde, die geheilt werden muss. Er ist eine Waffe — und zwar eine aus Licht, nicht aus Dunkelheit.
Kreuzzug
Die Bridge: „This is my crusade… this is my confession… / This is my salvation… in my own aggression…“ — das ist mein Kreuzzug und mein Geständnis; meine Erlösung in meiner eigenen Wut.
Der Refrain: „I’m not asking for mercy… I’m taking control!“ — ich bitte nicht um Gnade, ich nehme die Kontrolle. Und der letzte legt nach: „Let the heavens tremble, let the old gods fall…“ — lass die Himmel zittern, lass die alten Götter fallen.
Das Wort „my“ fällt hier achtundzwanzigmal — öfter als irgendwo sonst auf der Platte. Dieser Krieg ist ein eigener, und er ist von niemandem geliehen.
Den Titel hörst du auf Spotify, Apple Music und YouTube Music.
Im nächsten Beitrag geht es um „Echoes Of The Damned“ — um verlassene Versionen des eigenen Ich, die zurückkommen und Abrechnung fordern.
Danke, dass du hier bist.
Adam Smentoch
Schöpfer des Projekts Dust Anthem





