Die neue Platte, „Accordion Route“, erscheint am 3. Juli. Bis dahin schreibe ich hier jeden Tag über einen Titel — zehn Beiträge, zehn Titel, der letzte am Tag der Veröffentlichung.
„Heavy Route“ endete mit den Worten „I was here“. „Accordion Route“ nimmt die Fäden dort auf, wo jene Platte sie liegen ließ — und schon im ersten Titel hört man, dass sie weitergeht.
Die Ruhe vor dem Sturm
Die ersten Zeilen: „I was the quiet… the calm before the break, / The silence gathering… in the heart of the ache.“ — ich war die Stille, die Ruhe vor dem Bruch; das Schweigen, das sich im Herzen des Schmerzes sammelte.
Weiter: „I swallowed the lightning, I drank from the night,“ — ich habe den Blitz geschluckt, aus der Nacht getrunken. Alles, was hätte explodieren können, ging nach innen.
Das klingt wie eine Fortsetzung von „No More Silence“ von der vorigen Platte. Dort endeten Jahre des Schweigens mit einem Schrei. Hier enden sie mit etwas, das größer ist als ein Schrei.
Druck
„Now the pressure’s building, the fault lines ignite,“ — der Druck baut sich auf, die Bruchlinien entzünden sich. Die Stille verschwindet nicht. Sie sammelt sich.
Die zweite Strophe sagt, woher diese Kraft kommt: „All the years of shrinking, all the quiet pain, / Turned into power running through my veins.“ — alle Jahre des Kleinwerdens, all der stille Schmerz wurden zu Kraft, die durch die Adern läuft.
Und gleich danach: „No more asking permission, no more playing small,“. Dasselbe „no more playing small“ fiel in „This is my road“, dem Auftakt von „Heavy Route“. Beide Platten beginnen mit derselben Entscheidung.
Neunmal „storm“
Der Refrain: „I become the storm… feel the heavens shake! / I become the storm… there’s no more escape!“ — ich werde der Sturm, spürt, wie die Himmel beben; es gibt kein Entkommen mehr.
Das Wort „storm“ fällt hier neunmal und in keinem anderen Titel der Platte ein einziges Mal. Der Sturm gehört allein dem Auftakt.
Der Pre-Chorus kündigt ihn an wie ein Wetterereignis: „The sky splits open… the horizon bends…“ — der Himmel reißt auf, der Horizont biegt sich. Nichts davon ist die Entscheidung eines Augenblicks. Es ist etwas, das sich lange angekündigt hat.
Sich selbst zurücklassen
Die Bridge wiederholt dreimal ein einziges Wort: „Rise…“. Dazwischen stehen die Sätze „I am the lightning… I am the flood…“ und „I am the fire… I am the blood…“.
Sie endet mit der Zeile: „This is the moment… I leave myself behind…“ — das ist der Moment, ich lasse mich selbst zurück. Dieser Satz gibt der ganzen Platte die Richtung vor. Die folgenden Titel nehmen Abschied von früheren Versionen des eigenen Ich — mit einem Wiegenlied, vor dem Spiegel, an Gräbern.
Der letzte Refrain endet mit den Worten: „I become the storm… / and I’ll never be the same!“ — und ich bin nie mehr derselbe.
Den Titel hörst du auf Spotify, Apple Music und YouTube Music.
Im nächsten Beitrag geht es um „Chainsaw Lullaby“ — um ein Wiegenlied, gesungen für das eigene frühere Ich.
Danke, dass du hier bist.
Adam Smentoch
Schöpfer des Projekts Dust Anthem





