In der Bridge von „This is my road“ hieß es „no more chains“. „Break The Chain“ macht aus den Ketten einen ganzen Titel.
Es ist der Text mit den meisten Wörtern auf der Platte. Das Wort „chain“ fällt hier in verschiedenen Formen vierzigmal.
Eine Aufzählung
Die ersten Zeilen: „I was chained to the system, chained to the game / Chained to the fear, chained to the shame“ — gekettet an das System, an das Spiel, an die Angst, an die Scham.
Beide Strophen sind Aufzählungen, und in jeder fällt „chained to“ sechsmal. In der ersten kommen noch die Stimmen hinzu, die einem sagen, man solle an seinem Platz bleiben, und die Maske, die man im Gesicht trug. In der zweiten — Meinungen, Trends, Geld, Vortäuschen, Menschen, die einem das Licht aussaugen, und eine Zukunft, die sich falsch anfühlt.
Diese Liste hat keinen einzelnen Feind. Manche Ketten haben andere angelegt, manche der Mensch selbst, der sie trägt.
Das Eisen springt
In der Mitte der Strophe kommt die Wende: „But I feel the iron starting to crack / The fire inside won’t take it back“ — ich spüre, wie das Eisen anfängt zu springen; das Feuer in mir nimmt es nicht zurück.
Und gleich danach: „Every link is rusty, every chain is weak“ — jedes Glied ist rostig, jede Kette schwach. Was unzerreißbar aussah, hielt nur noch aus Gewohnheit.
Der Pre-Chorus: „No more bowing… no more chains on me… / I’m breaking free… finally breaking free…“ — kein Beugen mehr; endlich komme ich frei.
Ein Refrain wie ein Hammer
Der Refrain hat acht Zeilen, und jede zweite ist ein doppeltes „Break the chain! Break the chain!“. Der Titel fällt im Lied vierundzwanzigmal.
Dazwischen stehen Sätze, die sich das Leben zurückholen: „I won’t live like this ever again!“ — so lebe ich nie wieder; „This is my life — I’m taking the reign!“ — das ist mein Leben, ich nehme die Zügel in die Hand.
Die zweite Strophe sagt es ohne jede Illusion: „I cut the rope, I burn the thread / I kill the old me, leave him for dead“ — ich schneide das Seil durch, verbrenne den Faden; ich töte, wer ich früher war, und lasse ihn für tot liegen.
König, Gott, Flamme
Die Bridge: „I was born in the fire… raised in the storm… / You tried to chain a soul… that was never yours…“ — im Feuer geboren, im Sturm aufgewachsen; du wolltest eine Seele anketten, die nie deine war. Auf der ganzen Platte fällt „you“ nur ein paar Mal.
Der letzte Refrain endet mit der Zeile: „I’m the king… I’m the god… I’m the flame!“. Aus diesem Dreiklang macht die Platte noch ganze Titel: den König in „King Of My Chaos“, das Feuer in „I Own The Fire“ und „Fire In My Veins“.
Das Outro: „Break the chain… / break the chain… / I’m finally free…“. Dasselbe „I’m finally free“, das auf der vorigen Platte in „Just You“ fiel — dort in den Armen eines anderen Menschen, hier nach dem Sprengen der Kette.
Den Titel hörst du auf Spotify, Apple Music und YouTube Music.
Im nächsten Beitrag geht es um „Wake Up The Beast“ — darum, wen diese Ketten festhielten.
Danke, dass du hier bist.
Adam Smentoch
Schöpfer des Projekts Dust Anthem





