„Wake Up The Beast“ endete damit, dass das Tier freikommt. „No More Silence“ zeigt, wie das klingt: wie ein Schrei nach Jahren des Schweigens.
Es ist der einzige Titel der Platte mit einer dritten Strophe. Er hat auch die meisten Zeilen — einundfünfzig.
Jahre des Schweigens
Die ersten Zeilen: „I was quiet for years, swallowed every word… / Let them walk all over me, smiled when it hurt…“ — ich war jahrelang still, habe jedes Wort geschluckt; habe sie über mich hinweggehen lassen und gelächelt, wenn es weh tat.
„Kept my mouth shut while the anger burned… / Now the fuse is lit and the tables turned…“ — ich habe den Mund gehalten, während die Wut brannte; jetzt brennt die Lunte, und das Blatt hat sich gewendet.
Der Pre-Chorus: „The truth is rising… / and it’s coming like a gun…“ — die Wahrheit steigt und kommt wie ein Schuss.
Höflichkeit als Käfig
Die zweite Strophe zitiert, was man zu hören bekam: Sei nett, mach keine Szene. Und was man darauf antwortete: „yes sir“.
Die Folge: „So I smiled through the pain like a fucking machine…“ — also habe ich durch den Schmerz gelächelt wie eine verdammte Maschine. Es ist einer der vier Titel der Platte mit der Kennzeichnung [E].
Und mit jedem „jawohl“ wurde der Käfig kleiner. Die Höflichkeit, die vor Konflikten schützen sollte, erwies sich als ein weiteres Gefängnis.
Jedes „mir geht’s gut“
Die dritte Strophe rechnet mit den einfachsten Worten ab. Jedes „I’m fine“ war eine Lüge. Jedes „it’s okay“ — eine weitere Kette.
Dann: „Now I spit the truth like venom from my soul… / I’m done being quiet — watch the system fold…“ — jetzt spucke ich die Wahrheit aus wie Gift; Schluss mit dem Stillsein, sieh zu, wie das System einknickt.
Diese Strophe kennt wohl jeder, der einmal „alles gut“ gesagt hat, obwohl nichts gut war.
Ich war still, jetzt brülle ich
Die Bridge hat vier kurze Zeilen: „I was quiet… / Now I roar… / I was broken… / Now I’m war…“ — ich war still, jetzt brülle ich; ich war gebrochen, jetzt bin ich Krieg.
„No more“ fällt hier achtzehnmal — öfter als in jedem anderen Titel der Platte. „Silence“ und „quiet“ zusammen siebzehnmal. Der letzte Refrain ändert eine Zeile: „This is my life… my choice!“ — mein Leben, meine Wahl.
Das Outro endet mit den Worten: „I’m awake…“ — ich bin wach. Nach „Wake Up The Beast“ klingt das wie eine Antwort.
Den Titel hörst du auf Spotify, Apple Music und YouTube Music.
Im nächsten Beitrag geht es um „King Of My Chaos“ — um ein Chaos, das man wie eine Krone trägt und nicht wie einen Makel.
Danke, dass du hier bist.
Adam Smentoch
Schöpfer des Projekts Dust Anthem





